Eigene Wege gehen

Veröffentlicht am 21. Dezember 2025 um 23:38

"Die Kunst des Lebens ist es, seinen eigenen Weg zu finden und sich nicht an den Wegweisern zu verlaufen."

Christian Ehmann

 

 

 

"Manchmal zeigt sich der Weg erst,

wenn man anfängt ihn zu gehen."

Paul Coelho

 

Die meisten von uns werden eines Tages an einer Kreuzung stehen. Es geht nicht so sehr darum, sich zwischen vorgegebenen Wegen oder Optionen zu entscheiden, sondern vielmehr darum, sich gegen diese zu entscheiden. In solchen Momenten spüren wir eine stille Sehnsucht nach Authentizität und Selbstbestimmung. Wir sehnen uns nach einem Weg, der sich nicht in den gängigen Mustern verfangen hat, sondern unser eigener ist. Es ist nicht leicht, sich gegen den Druck zu stemmen, den andere uns auferlegen oder den die Gesellschaft vorlebt: den Druck, Ziele zu verfolgen, die wir gar nicht erreichen wollen. Den Druck, Träume zu leben, die nicht die unseren sind. Den Druck, Sicherheit über Neugier zu stellen. Den Druck, sich anzupassen, um gehört zu werden. Den Druck, leise zu sein, um nicht aufzufallen oder anzuecken. Echte Entwicklung entsteht oft dort, wo wir den gewohnten, sicheren Pfad hinter uns lassen und beginnen, Schritt für Schritt, einen neuen, unbekannten Weg zu gehen. Wo wir uns gegen die gängigen Wahlmöglichkeiten entscheiden und beginnen, unser Leben selbst und nach unseren Vorstellungen zu entwerfen und schließlich auch zu leben.

Eigene Wege zu gehen bedeutet nicht, rebellisch zu handeln oder sich gegen den Rest der Welt zu stellen. Es bedeutet vielmehr, auf die leisen Signale in sich selbst zu hören. Ein Bauchgefühl, das sich nicht erklären lässt. Eine Neugier, die sich weigert, sich in einen vorgefertigten Rahmen zu fügen, der für andere richtig sein mag, aber nicht für einen selbst. Es bedeutet, Freude zu empfinden, wenn wir etwas tun, das sich gut anfühlt – auch wenn es in den Augen anderer seltsam wirkt.

 

Wichtige Begleiter auf diesem Weg sind Geduld und Vertrauen. Geduld mit dem eigenen Tempo und dem Prozess, sowie Vertrauen ins Unbekannte und auf die zarte Stimme in uns, die uns leise die Richtung zu weisen versucht, während die Meinungen der anderen dieses  Flüstern im Keim zu ersticken drohen. Und schließlich auch Mut. Mut, „Nein“ zu sagen. „Nein“ zu Erwartungen zu sagen und „Ja“ zu dem, was sich für uns richtig anfühlt, wo unser Herz hüpft, wo wir laut lachen und uns, ganz ohne nachzudenken, dem Moment hingeben können. Mut, man selbst zu sein. Mit allem, was dazu gehört. Egal, ob es den anderen gefällt oder nicht. Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ein mitunter steiniger Weg mit Umwegen und Sackgassen. Ein Weg, auf dem man Kritik erntet, Unverständnis begegnet und sich die eine oder andere Schramme zuzieht. Schrammen, die vielleicht auch Narben hinterlassen...

Wer diesen Weg gehen möchte, benötigt auch Raum: Raum für Fehler, Raum für Wachstum und Raum für das, was noch nicht sichtbar ist. Möglicherweise ist es nach außen hin nicht der perfekte Weg. Doch es ist unser eigener Weg: nicht geradlinig, vielleicht auch nicht nachvollziehbar, aber einzigartig und echt. Nur auf diesem Weg werden wir uns richtig fühlen und die Chance bekommen, bei uns anzukommen. Vielleicht das einzig wahre Ziel in diesem - unserem - Leben.

Von ganzem Herzen alles Liebe ♥️

Eure Petra